Überblick

Einführung

Die Vereinigungsphilosophie hat ihren Ursprung in Korea und gründet sich auf das Gedankengut von Rev. Dr. Sun Myung Moon (1920 – 2012) . Sein Schüler Dr. Sang Hun Lee (1914 – 1997) brachte dieses in eine systematische philosophische Form. Er veröffentlichte seine erste Arbeit 1973 unter dem Titel „Tongil Sasang“ (kor. 통일사상, engl. Unification Thought, dt. Vereinigungsphilosophie).

Die Vereinigungsphilosophie soll als eine philosophische Grundlage für soziale, politische, wirtschaftliche, religiöse, kulturelle und wissenschaftliche Aktivitäten dienen. Es wurde von Dr. Lee oft betont, dass der Zweck der Vereinigungsphilosophie darin liegt, Lösungen für reale Probleme zu erzielen.

Wir leben heute in einer Zeit rasanter Veränderungen, in der die unterschiedlichsten Kulturen, Traditionen, Religionen und Ideologien aufeinander stoßen und Konflikte untereinander hervorrufen. Viele Menschen sind orientierungslos, verunsichert und blicken sorgenvoll auf die Zukunft.

Vor dem Hintergrund dieser prekären, kulturellen und sozialen Situation, zeigt die Vereinigungsphilosophie einen praktischen Weg auf, wie eine friedliche Welt in unserer Zeit realisiert werden könnte – eine Welt, in der die Menschen sich als Mitglieder einer Weltfamilie verstehen, mit Gott als ihren gemeinsamen Eltern. Dies ist eine wahrhaft ehrgeizige Aufgabenstellung von historischer Dimension.

Grundkonzept

Die wichtigsten Konzepte in der Vereinigungsphilosophie sind: Gott ist der Ursprung aller Existenz, alle Wesen haben einen ursprünglichen Zweck, alle Wesen sind durch die Aktion des Geben und Empfangens miteinander verbunden.

Gott

Die Vorstellung von Gott als Schöpfer ist die zentrale Achse der Vereinigungsphilosophie. Im Alter von sechzehn Jahren erlebte Rev. Moon eine dramatische Begegnung mit Gott und Jesus. In dieser Offenbarung, offenbart Gott ihm sein schmerzhaftes Herz, das durch das Leiden der Menschheit verursacht wurde. Es ist das Herz Gottes, dass Rev. Moon bewegt die messianische Rolle zu ergreifen, um die Menschen zu retten und ihn zu seiner lebenslangen Reise der Wiederherstellung der Welt zur ursprünglichen Welt der Schöpfung führte. Im Mittelpunkt von Rev. Moon’s Diskurs liegt sein Verständnis von Gottes Liebe, Leidenschaft, Mitgefühl und sein Herz für die Menschheit.

Von der Perspektive der Vereinigungsphilosophie werden Harmonie, Frieden, Versöhnung, Glück und Einheit nur dann erreicht, wenn Gottes Herz und Liebe in den Menschen verkörpert ist und die Prinzipien der wahren Liebe durch uns praktiziert und angewendet werden. Die Kultur der Einheit wird auf einer intimen Beziehung mit Gottes Herz errichtet und wird somit als eine Kultur des Herzens bezeichnet.

Zweck der Schöpfung

Gott schuf den Menschen als seinen ewigen Partner der Liebe, der seine Liebe verkörpern sowie substantialisieren kann und sie den Mitmenschen zu teil werden lässt. Innerhalb Gottes Reich des Herzens, ist der Mensch Gottes Mitschöpfer. Der Mensch hat die Verantwortung sich um die natürliche Umwelt zu kümmern, sie zu verwalten, und eine Art frühlingsmäßige Zivilisation zu errichten. Die Realisierung einer ewigen Welt der Freude und des Glücks ist Gottes Absicht für die Erschaffung der Welt. Dementsprechend geht dieser Zweck der Schöpfung der Existenz aller Wesen und aller menschlichen Tätigkeiten wie Denken, Wissen, Handeln, Schaffen voraus und liegt universell allen Phänomenen der Welt zugrunde.

Der Zweck der Schöpfung für den Menschen drückt sich in drei weitere Ziele des Lebens, den so genannten drei großen Segnungen aus. Diese drei Komponenten sind die Vollkommenheit (oder vollständige Reifung) des Einzelmenschen, die Vermehrung des Selbst und der Abstammung, indem er Kinder hat, und die Herrschaft oder Verwaltung über die Schöpfung, die natürliche Welt und das Universum.

Das erste individuelle Ziel ist es, seinen Charakter durch das Erben Gottes wahrer Liebe zu vervollkommnen und zu einer perfekten Verkörperung der Wahrheit zu werden.

Das zweite Ziel ist es, eine ideale Familie zu bilden und die Vier Bereiche des Herzens mit Gott zu schaffen. Während die Bildung der eigenen Familie als Basis dient, wird das Konzept der Familie in Vereinigungsphilosophie auf die nationale, globale und kosmische Ebene der gesellschaftlichen Realität erweitert. Die Vereinigungsphilosophie begreift die Welt (oder den “Kosmos”, wenn man die Lebewesen in der geistigen Welt inkludiert) als eine globale Familie.

Das dritte Ziel ist die Entwicklung und Ausübung der Kreativität und richtige Umgang mit der “Schöpfung “. Demzufolge stellen die Pflege der Natur und die fürsorgliche Entwicklung von Kultur, Gesellschaft und der Umwelt das dritte Ziel dar.

Die Interdependenz zwischen Gott und Mensch

Liebe kann nur durch Beziehungen bestehen. Während Gott selbst-existent und transzendent ist, schuf er die Menschen als seinen ewigen Partner der Liebe. Daher sind Gott und die Menschen von einander abhängig. Die Wechselbeziehung zwischen Gott und den Menschen hat eine entscheidende Auswirkung auf beide. Egal, wie viel Liebe Gott auch haben mag oder auch wenn Gott der Inbegriff von Liebe selbst sein möge, so lange die Menschen traurig sind und leiden, wird er ebenso traurig sein, wenn nicht trauriger; er leidet als unser ewiger Elternteil. In Vereinigungsphilosophie ist daher Gott absolut und relativ, transzendent und historisch. Während die Liebe Gottes in sich selbst absolut und selbstständig ist und durch nichts beeinträchtigt wird, so ist Gottes Herz durch das Herz und die Erfahrung von Menschen affektiert. Mit anderen Worten: Gott kann fröhlich oder traurig sein, weil er Liebe ist, und er liebt den Menschen. Wenn Gott den Menschen gegenüber gleichgültig wäre, dann würde er weder leiden noch fröhlich sein. Es ist die von Rev. Moon offenbarte Einsicht, dass Gott in der Geschichte der Menschheit Trauer und Leid erfahren hat, weil wie wir Mensche in dieser Zeit gelitten haben.

Gott und die Menschen sind auch in einer anderen Weise voneinander abhängig. Gottes Liebe bleibt der Welt verborgen bis sie durch die Menschen zum Ausdruck gebracht wird. Die Familie ist die grundlegende Einheit, in der Gottes Liebe sich manifestiert. Gottes Liebe nimmt durch die Liebe der Eltern zu ihren Kindern, der Liebe zwischen Ehemann und Ehefrau und die Liebe der Kindern zu ihren Eltern, sowie die Liebe unter Geschwistern substantielle Form an. Die drei Arten der objektiven Liebe stellen das Grundmuster dar, durch das Gottes Liebe in der Welt realisiert wird. Die Familie in der Vereinigungsphilosophie ist die grundlegende Einheit der Welt des Herzens und der Gesellschaft, weil die Menschen ihr Herz kultivieren können und Gottes Liebe durch einen interaktiven Austausch der Liebe unter Familienmitgliedern verkörpern, die alle Richtungen symbolisieren. Gottes Liebe wie sie in der Familie verkörpert wird, weitet sich in allen gesellschaftlichen Beziehungen aus und somit wird schlussendlich eine perfekte Kultur des Herzens errichtet.
Das Prinzip der Interdependenz bezugsorientierter Wesen durchdringt die gesamte Realität. Der interne Charakter und die externe Form in den einzelnen Wesen, Männlichkeit und Weiblichkeit, Mensch und Natur, Wesen in der Natur und des Universums, sogar die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, sie alle existieren entsprechend diesem Prinzip. Dieses Prinzip manifestiert sich in sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen als die Ideale der Interdependenz, des gemeinsamen Wohlstands und gemeinsamer universeller Werte. Diese Ideale werden auch durch die Vision der Vereinigungsbewegung in den verschiedenen Formen manifestiert und zielen auf den Aufbau einer dauerhaften, idealen, friedlichen Welt hin.

es in unterschiedlichem Ausmaß. Da wir Menschen Partner der Liebe Gottes sind, manifestieren wir das Wesen Gottes in der höchsten Dimension und in vollem Umfang. Der Mensch ist Gottes substantieller Objektpartner nach seinem Abbild und andere natürliche Wesen sind seine substantiellen symbolischen Objektpartner.

Da Gott Liebe ist, verkörpern und manifestieren die Menschen Gott in höchster From. Andere Lebewesen manifestieren Gottes Liebe nur in symbolischer Form oder Muster. Es ist die Liebe, aber nicht Liebe in voller Form. Der Grad zu welchem Ausmaß die Liebe Gottes manifestiert wird, bestimmt die hierarchische Unterscheidung zwischen Mensch und anderen natürlichen Wesen. Wir Menschen, da wir (im Idealfall) auf echter Liebe begründet sind, sind berechtigt, (in der Tat am bestens geeignet) die natürliche Welt zu verwalten und zu administrieren. Die Abwesenheit oder die Entstellung der Liebe der Menschen in unserem aktuellen Zustand (entfernt vom ursprünglichen Ideal) ist das, was die Zerstörung der menschlichen Gesellschaft und der natürlichen Umwelt verursacht.

Die Aktion des Geben und Empfangens

Die menschliche Existenz wie auch die aller Kreaturen stammen aus der Liebe Gottes. Der Mensch und alle Kreaturen erhalten ihr Wesen als Geschenk. Die Aktion des Geben und Empfanges ist in der Tat der Ursprung der Welt. Ebenso im menschlichen Leben, nehmen Eltern am Prozess des Gebens teil, indem sie einen neuen Wesens Leben schenken. Jeder Einzelmensch erhält in dieser Weise seine eigene Existenz. Dieses Prinzip des Geben und Empfanges, charakterisiert den Ursprung der Existenz, nämlich Gott, der wiederum den Archetyp des Begriffs des Gebens und Empfanges darstellt. Im Universum ist dieser Archetyp in vielfältiger Weise modifiziert. Von den physikalisch-chemischen Wechselwirkungen zwischen physikalischen Einheiten bis zu den menschlichen und sozialen Interaktionen zwischen Menschen und sozialen Einrichtungen, sowie aktive und passive Wechselwirkungen werden als Aktion des Geben und Empfanges aufgefasst. Diese Dynamik wird allgemein für alle interaktiven Beziehungen angewandt.

Der Aktion des Gebens Vorrang gegenüber dem Empfang zu geben, impliziert den Geist zum Wohl der Mitmenschen zu leben, und der “Subjektpartner” als Initiator der Liebe zu sein. Die Essenz der Vereinigungsphilosophie kommt durch das Motto “Leben zum Wohle der Mitmenschen” zum Ausdruck. Der altruistischen Geist des Dienstes an seine Mitmenschen der Vereinigungsphilosophie verkörpert sich im Konzept der Aktion des Gebens und Empfangens und dieses Konzept liegt allen Aktivitäten der Dienstleistungen, der Erziehung, sowie organisierten Bewegungen für den Frieden in der Vereinigung.
Gott, Mensch und die Natur

Die Vereinigungsphilosophie sieht die Welt als eine Widerspiegelung von Gottes Natur. Die Wesen in der Welt ähneln dem Wesen Gottes in unterschiedlichem Ausmaß. Da wir Menschen Partner der Liebe Gottes sind, manifestieren wir das Wesen Gottes in der höchsten Dimension und in vollem Umfang. Der Mensch ist Gottes substantieller Objektpartner nach seinem Abbild und andere natürliche Wesen sind seine substantiellen symbolischen Objektpartner.

Da Gott Liebe ist, verkörpern und manifestieren die Menschen Gott in höchster From. Andere Lebewesen manifestieren Gottes Liebe nur in symbolischer Form oder Muster. Es ist die Liebe, aber nicht Liebe in voller Form. Der Grad zu welchem Ausmaß die Liebe Gottes manifestiert wird, bestimmt die hierarchische Unterscheidung zwischen Mensch und anderen natürlichen Wesen. Wir Menschen, da wir (im Idealfall) auf echter Liebe begründet sind, sind berechtigt, (in der Tat am bestens geeignet) die natürliche Welt zu verwalten und zu administrieren. Die Abwesenheit oder die Entstellung der Liebe der Menschen in unserem aktuellen Zustand (entfernt vom ursprünglichen Ideal) ist das, was die Zerstörung der menschlichen Gesellschaft und der natürlichen Umwelt verursacht.

Das zentrale ontologische Prinzip

Von Platon und Aristoteles aufwärts, hat das bipolare Konzept von Form und Materie in verschiedenen Formen als eines der wichtigsten Konzepte in der westlichen Philosophie gedient. In der Tradition des fernöstlichen Denkens, hat das bipolare Konzept von Yin und Yang gleichermaßen als zentrales Konzept seit der Antike gedient. In Vereinigungsphilosophie sind diese beiden Schlüsselbegriffe aus den Traditionen von Ost und West innerhalb eines theistischen Systems integriert. Die Vereinigungsphilosophie begreift diese beiden Arten dualer Merkmale als die Architektur, durch die die Liebe Gottes manifestiert wird und substantielle Form annimmt. Der Mensch, der in seinem Wesen als Mann und Frau existiert, wird als substantielle Verkörperung dieser polaren Prinzipien und die archetypische Modell aller Wesen in der Welt verstanden.

Die dualen Merkmale von internen Charakter und äußerer Form

Jedes Wesen wird als Gesamtgefüge mit dualen Eigenschaften von internen Charakter (kor. 性相, 성상 “Sungsang”) und äußere Form (kor. 形状, 형상 “Hyungsang”) verstanden. Der Mensch als Individuum wird als Einheit von Geist und Körper oder von geistiger und körperlicher Natur (Seele und Fleisch) gesehen. Mit anderen Worten existiert jedes Wesen als geistig-körperliche Einheit. Menschlichen Erfahrungen sind also gleichzeitig geistig und körperlich. Wenn man zum Beispiel eine Blume sieht, dann erlebt man Sinn und Werte zusammen mit der sinnlichen Wahrnehmung. Visuelle Bilder stimulieren den menschlichen Körper und so treten dann physiologischen Veränderungen im menschlichen Körper auf. Zusammen mit diesen physikalischen Phänomenen, geistige oder spirituelle Aspekte der Erfahrung, wie emotionale Gefühle, Erinnerungen, Werte, Bedeutungen und anderen assoziierten interpretierende Faktoren bilden unsere Erfahrung. Zusammen mit unseren Handlungen haben sie jedoch Auswirkungen auf die geistige Welt um uns herum. Jede einzelne Erfahrung ist eine geistige und psycho-somatische Einheit. Die Sprache wird als Einheit der Sinne und Laute oder als eine schriftliche Äußerung gesehen. Auf diese Weise bezieht sich das Prinzip der dualen Eigenschaften von internen Charakter und äußerer Form auf alle Wesen in der Welt.

Die dualen Merkmale von internen Charakter und äußerer Form manifestieren sich wie die Dualität von Spiritualität und Wirtschaft, Religion oder Werte und Wissenschaft und die geistige Welt und die körperlichen Welt. Von Fragen des persönlichen Lebens bis zu globalen Angelegenheiten, ermöglicht uns dieses Prinzip auf Phänomene aus der Sicht der Polarität in Harmonie zu sehen. Genauso wie Menschen eine interaktive Einheit von Geist und Körper sind, haben Phänomene geistige / mentale / Wert-Aspekte und physikalische / körperlichen Aspekte. Die Vereinigungsphilosophie begreift auch diese Dualität als zwischen intern und extern, unsichtbar und sichtbar.

Im menschlichen Leben existiert gegenwärtig ein ernster Konflikt zwischen den geistigen und körperlichen Aspekten. Körperliches Wünsche bzw. ein Verlangen nach Lust dominiert die spirituelle Sehnsucht nach Werten. Diese Wünsche bzw. Verlangen dominieren oft alle Angelegenheiten menschlicher Individuen, der Gesellschaft und der Welt. Die Macht der physischen Bereiche überwältigt die der spirituellen. Um die ursprüngliche Ordnung zwischen dem Geistigen und dem Körperlichen (oder Geist und Körper) wieder herzustellen, muss das Individuum, zur Verkörperung der wahren Liebe werden und die Gesellschaft muss durch die Entwicklung einer Kultur des Herzens revolutioniert werden. Die Vereinigungsphilosophie sieht die Wiederherstellung der wahren Liebe als Schlüssel für die Wiederherstellung der ursprünglichen Einheit des Geistigen und Körperlichen, oder von Geist und Körper, sowie im Individuum und der Gesellschaft.

Die dualen Merkmale von Yin und Yang

Darüber hinaus entstehen auch Wesen und finden Phänomene statt durch ein zweites Prinzip der Dualität, nämlich das Prinzip der dualen Merkmale von Yin und Yang. Menschen existieren in Paaren als Männer und Frauen. Diese von einander abhängige Dualität oder Polarität von Mann und Frau ist der Archetyp bon Yin und Yang. Wie oben beschrieben, sind die Menschen vollständigste und komplette Manifestation Gottes. Die harmonische Liebe zwischen Mann und Frau ist die höchste Form der Manifestation dieses Prinzips. Wenn Mann und Frau volle Reife durch die Verkörperung der Liebe Gottes erlangt haben, manifestiert die eheliche Liebe zwischen ihnen Gottes Liebe sowohl auf der geistigen und materiellen Ebene. Weiterhin Gottes tief greifende schöpferische Kraft ist vollständig beteiligt und schafft damit die Möglichkeit völlig neuen Lebens. Die Sexualität des Menschen ist der ursprünglich der Kanal, durch den Gottes Liebe wirkt als die Kraft neue Wesen zu erzeugen. In diesem Sinne ist die sexuelle Aktivität im ursprünglichen Ideal der Schöpfung eine mehr als eine geistige als physikalische Handlung gedacht.

So wie im Fall von Mann und Frau, bestimmt auch das Prinzip von Yin und Yang wie Wesen in der natürlichen Welt zur Existenz kommen. Die Dualität von männlich und weiblich, sowie die von positiven und negativen elektrischen Ladungen sind die Manifestation des gleichen Prinzips in der Natur.

Wie die fernöstlichen Yin-Yang-Philosophie versteht die Vereinigungsphilosophie die polaren Artikulation des Seins in der Ausdrucksweise wie hoch und niedrig, hinauf und hinunter, konvex und konkav, Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe, dynamisch und statisch, als eine Manifestation des Yin -Yang-Prinzips. In der Vereinigungsphilosophie ist die Dualität von Mann und Frau der Archetyp der substantiellen Verwirklichung dieses Prinzips in der Welt. Dieses Prinzip soll in erster Linie die Liebe Gottes realisieren, die immer durch die schöne und manchmal leidenschaftliche Harmonisierung komplementärer Gegensätzen zur Entfaltung kommt. Obwohl alle Yin und Yang Beziehungen in der Welt nicht unbedingt offensichtlich die Liebe in expliziter Form manifestieren, so bringen sie Harmonie, welche eines der wesentlichen Merkmale der Liebe ist, zum Ausdruck. Das Prinzip von Yin und Yang ist das Prinzip der Harmonie.